Frühe Bilder


Es ist schon seltsam, dass man auf alten Bildern immer so jung aussieht.


Kläuschen auf dem Markusplatz, Berlin-Steglitz, ca. 1955

 

Die Turnschuhe waren blau-weiß, das war damals ein gewisser Standard.


Kinderverschickung nach Kirchberg ob der Donau / Oberösterreich, 1961


Der Berliner Stadtjunge (vordere Reihe, rechts) auf einem Bauernhof in Oberösterreich. Eine wirklich schöne Reise zu Familie Zalto in Kirchberg ob der Donau. Der Zehnjährige hatte den ganzen Tag für sich Zeit. Er musste sich nur pünktlich zum Essen und Schlafen einfinden, sonst war er 4 Wochen frei. Sonntags musste er allerdings in die Kirche. In diesem Urlaub wurde am 13. August 1961 in Berlin die Mauer gebaut. Zum Fall der Mauer am 9. November 1989 weilte ich, konsequenterweise, auch nicht in Berlin.


Mein erstes großes Fahrrad, 1964, Foto: Harald Stech


Mein Alltagsrad, selbe Stelle, 2017


Mein Großvater hat mir mein erstes 26er Rad geschenkt, mein ganzer Stolz. Dieses Bild hat mein Freund Harald gemacht. Harald ist mit 19 Jahren an den Folgen seiner Drogensucht gestorben. Es ist schon so lange her, dass es kaum noch wahr ist. Er war genau zwei Tage jünger als ich. Das Bild ist bei mir um die Ecke aufgenommen, die Läden gibt es schon lange nicht mehr in meinem Kiez. Ich wohne hier seit 1958, bin also erstaunlich sesshaft.

Das Bild an derselben Stelle war nicht leicht ohne Autos zu machen. Deshalb hat es auch nicht 100% die gleiche Perspektive. Ich bin ja schon froh über den Anhänger gegenüber. Mit dem Oberschenkel auf dem Oberrohr war es mir zu wacklig, jünger bin ich nicht geworden. Wie man es auch sehen kann.

Klaus, 1969, Foto: Schwarze

 

Hier das Bild mit Lightroom von mir koloriert


Ein Bild aus meiner schlechtesten Zeit, im Jugendwohnheim in der Moabiter Kruppstraße. Das Bild wurde vom Erzieher Schwarze gemacht, der dort ein Fotolabor hatte.

Ein Jugendwohnheim ist kein Erziehungsheim. Ich mag vielleicht schwierig gewesen sein, soweit ging es jedoch nicht. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen. Sie sind nur zu früh gestorben, um mir das wirklich herbe Erlebnis von 4 Jahren Jugendwohnheim zu ersparen. Es war eine sehr unangenehme Zeit, die mich geprägt hat und mich heute noch, nach 45 Jahren bedrückt. Diese 4 Jahre gehen natürlich von meiner Sesshaftigkeit aus dem vorherigen Abschnitt ab. Ich wohne jedoch nach wie vor in der Wohnung, in der ich schon mit meinen Großeltern gewohnt habe.

Bericht "Jugendwohnheim Kruppstraße" =>

 

 
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