Fotografien & Texte

Mittenwald 2020

Samstag, 8. August 2020

Die Koffer sind am Dienstag abgeholt worden und am Donnerstag in Mittenwald angekommen. Hoffentlich sind es unsere. Sonst fängt es gut an. Hochwasserschäden zwischen Murnau und Garmisch mit Schienenersatzverkehr. Das sind 28 km und 100 m bergauf. Bärbel holte mich kurz nach halb sechs ab. Am Südkreuz waren wir zu früh, wie immer. Der Zug war pünktlich. 7 Radfahrer stiegen etwas chaotisch ein. Unser Abteil war fast leer, gut so. Der Kondukteur will sich um unser Problem mit den Rädern zwischen Murnau und Garmisch kümmern. Das, was er dann herausbekommen hatte, lieferte unser Smartphone besser. Der Zug kam 4 Minuten zu spät in München an. Da mussten wir uns zum Gleis 29 sehr sputen. Im letzten Moment erreichten wir den Zug nach Murnau. Die Räder standen eng, besonders weil 2 Tussen ihre Räder nicht aufgehängt hatten und zusätzlich auf den Klappsitzen, die eigentlich für Räder reserviert waren, kleben blieben. Typisch! Im Zug wurde dann angesagt, dass die SEV-Busse Anhänger für Räder haben würden. In Murnau die Treppe runter und wieder rauf. Ein Lieferwagen stand für die Räder bereit, wir konnten das Gepäck drauf lassen, schön. Der Bus kam in den üblichen Stau in Oberau, wir erreichten trotzdem den Zug um kurz nach 14 Uhr von Garmisch nach Mittenwald. Eine Stunde später als vorgesehen in Mittenwald angekommen, wenig für den Trödel. 5 Minuten zum Quartier, dort wurden wir mit Handschlag begrüßt. Eine großzügige Ferienwohnung, mit Hygiene-Ecke. Angefangen auszupacken. Ja, es sind unsere Koffer, die hier angekommen waren. Dann Großeinkauf bei REWE um die Ecke. Gegen sechs zum geliebten Gasthof Stern. Mit etwas Mühe einen Tisch ergattert. Die stramme Junior-Wirtin tauchte leider nicht auf. Dafür servierte eine hübsche, vielleicht die Junior-Junior-Wirtin. Wie wir später erfahren haben, hat sich die Junior-Wirtin mit Mitte sechzig zur Ruhe gesetzt. Schade, ich fand sie recht schick. Gut gegessen und getrunken. Um acht mussten wir nach Hause, die Augen fielen uns zu.


Sonntag, 9. August 2020

Lange geschlafen. Zum Frühstück gab’s den Zwetschgen-Datschi, den uns die Wirtin spendiert hatte. Noch etwas aufgeräumt, ich habe zu viele Hosen dabei. Einen falschen Fahrradschlauch habe ich auch dabei. Ersatzspeichen habe ich vergessen. Nun, bisher haben wir bei diesen Rädern in 10 Jahren keine gebraucht. Losgefahren, es ging erst das kurze Stück zum Wasserfall-Weg mit dem Rad. Der Wasserfall toste, es gab viel Wasser. Dann rauf Richtung Leutasch- oder Geisterklamm. Es waren Einbahnwege wegen Corona eingerichtet. An sich nicht unvernünftig, aber doch dumm gemacht. Der Rückweg hätte eine größeren Gegenanstieg bedeutet und uns am Gasthaus Gletscherschliff vorbeigeführt. Das Gasthaus will auch von Corona profitieren. Diesen Umweg haben wir unterlaufen. Sonst war alles sehr schön, nur die Klamm kennen wir doch sehr gut. Wir hatten weiche Knie, gut in Form sind wir nicht. Im Leutascher Klammhäuserl nahmen wir einen Imbiss. Eine Tusse kam an unseren Tisch und drückte ihre stinkende Kippe in unserem Aschbecher aus, sehr ärgerlich. Abends gestaltete sich die Restaurantsuche schwierig. Gasthof Stern voll, Gasthaus Im Gries auch. In einem Restaurant in der Marktstraße bekamen wir zwar einen Tisch, wurden aber 20 Minuten nicht bedient. Letztendlich kamen wir im Postkeller, dem Restaurant der Mittenwalder Brauerei, unter, wenn auch an einem Katzentisch. Es gab einen sehr leckeren Wurstsalat. Heute ist der 9. August, vor genau 7 Jahren hatte ich meinen Fahrradunfall, bei dem auch zufällig mein Lungenkrebs entdeckt wurde. Eigentlich hatte ich gar nicht mehr dran gedacht.



Montag, 10. August 2020

Ausgeschlafen, dann zum Fahrradladen am Bahnhof. Einen Schlauch gekauft, weil ich den falschen eingepackt hatte und einen neuen Magneten für den Tacho. Es war ein Chaotenladen. 5 Angestellte wuselten herum und nichts kam dabei heraus, letztendlich bekam ich jedoch, was ich brauchte. Dann begann unsere erste Radtour. Wir quälten uns hoch zum Ferchensee. Die Leute standen schon am Seerestaurant an. Also, weiter nach Elmau und Klais. In Klais in die schöne Bahnhofswirtschaft, wenn sie auch nicht so heißt. Der Wirt saß an einem Tisch und führte die Corona-Kladde, und zwar ausschließlich. Dann ging es über die Schmalensee-Höhe  zurück nach Mittenwald. Noch ins Verkehrsbüro, Orts-Prospekte einsacken und dann nach Hause. Mann, hatten wir weiche Beine, wir sind nichts mehr gewöhnt.


Dienstag, 11. August 2020

Erholungstag! Ins Geigenbau-Museum und einkaufen, genug bei der Hitze. Der Laptop muckert, Bluetooth und der Kartenleser gehen nicht mehr. Es hatte sich etwas von allein verstellt. Abend alles wieder im Lot, nur hatte ich mir schon eine neue Maus gekauft. Aber immerhin eine schöne blaue.



 


Mittwoch, 12. August 2020

Früh aufgestanden und nach dem Frühstück mit den Rädern hoch zur Talstation der Kranzberg-Bahn. Zu Fuß auf den Hohen Kranzberg (1391 m). Es wurde aber unterwegs schon wieder warm. Recht steil war es auch. Um kurz nach 10 Uhr waren wir dann oben und konnten uns auf die Liegestühle legen, weil wir fast die ersten waren. Dann aber strömten, schwitzend, die Spätaufsteher. Wir sind dann runter nach St. Anton. Dort gab es heuer meinen ersten Kaiserschmarrn. Weil wir auf unserer Gästekarte eine Fahrt mit der Kranzbergbahn frei haben, sind wir mit dem Sessellift, knieschonend, runter zu unseren Rädern. Ein paar kleine Einkäufe in der Stadt und nach Hause zu einem ruhigen Nachmittag.


Donnerstag, 13. August 2020

Früh aufgestanden und los Richtung Krün und Wallgau. Hinter Wallgau geht es bergauf, ein Haltestellen-Häuschen links liegen gelassen, obwohl es leicht anfing zu regnen. 5 Minuten später goss es dann. Wir hatten zwar Schirme dabei, diesem Guss hielten sie aber nicht stand. Wir waren einigermaßen nass, vor allem die Schuhe. Nach einer halben Stunde hörte es auf, der Wetterdienst hatte Schauer erst am Nachmittag angekündigt. Weiter ging es am Walchensee vorbei, dann stramm bergauf und anschließend rasant bergab, in vielen Serpentinen zum Kochelsee. Abgebogen Richtung Walchensee-Kraftwerk. Das hatte geschlossen, so eine Gemeinheit. Am Abzweig war nichts angeschrieben, im Internet stand nichts, so sind wir die 2 km hin und die 2 km zurück umsonst geradelt. Weiter ging es nach Kochel, dort haben wir das gut versteckte Franz-Marc-Museum besucht. Wir mussten eine ganze Weile anstehen, um reinzukommen. Einige Leute standen mit an, die nach Bio-Laden aussahen. Nicht wirklich lebenstüchtig. Franz Marc war ein genialer Pferde- und Tiermaler, jeder kennt seine blauen Pferde. Er war in Frankreich gewesen und kannte sicher viele französische Maler seiner Zeit persönlich. Trotzdem ist er in nationalem Taumel freiwillig in den Ersten Weltkrieg, gen Frankreich gezogen. Ein Granatsplitter fegte ihn vom Pferd. Er überlebte das Jahr 1916 nicht. Ende mit der deutschen Herrlichkeit. Weiter ging es zum Klosterort Schlehdorf. Dort gab es Kaffee und Kuchen. Auf zur letzten Etappe nach Murnau. Am letzten Berg beim Klinikum Murnau waren die Knie so weich, dass wir die Räder geschoben haben. In Murnau erst mal in ein Fahrradgeschäft. Das Radstadel hatte ein Ersatzkabel für Bärbels Tacho. Weiter zum Münter-Haus, auch wieder mit Anstehen. So haben wir die Zeit bis zu Fritzens Feierabend überbrückt. Fritz ist ein ehemaliger Kollege und Freund, den ich aus Tempelhof kenne. Er hat das für die Bundeswehr gemacht, was ich für die zivile Flugsicherung gearbeitet habe. Er ist inzwischen pensioniert, macht aber hier ab und zu seinen Reservistendienst in Murnau. Noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und dann in ein bayrisches Wirtshaus. Abends mit dem Zug zurück nach Mittenwald. Heute ist der 13. August, der Tag des Mauerbaues 1961. Nicht dran gedacht, erst jetzt beim Schreiben. Kommendes Jahr soll das schon 60 Jahre her sein?


Am Gabriele-Münter-Haus in Murnau


Freitag, 14. August 2020

Freitag ist Freitag, nach der anstrengenden Tour gestern. Lange geschlafen. Ich bin mittags auf ein paar Eisenbahnfotos zum Bahnhof. Abends sind wir zur Stubnmusi ins Wirtshaus zum Platzl. Es war sehr nett.



Samstag, 15. August 2020

Fauler Tag, mit schwerer Restaurantsuche. Corona schafft es, dass jeden Tag der Kampf um einen Tisch im Wirtshaus aufs Neue losgeht.


Sonntag, 16. August 2020

Um 9:18 den Bus vom Bahnhof Mittenwald zum Ferchensee genommen. Einen Cappuccino im noch leeren See-Restaurant. Die dicken Karpfen im See und den Wetterstein fotografiert. Dann Richtung Elmau losgestiefelt. Oh Schreck, man kommt nicht durch die Partnachklamm, bergab. Corona sei Dank für die Einbahnstraße. Man könnte sich sicher intelligentere Lösungen vorstellen und vor allen Dingen dies nicht erst in Elmau am Weg anschreiben. Nun gut, wir kennen die Klamm recht gut, trotzdem ist es recht ärgerlich. Oben in Hintergraseck mussten wir sowieso vorbei, weil der Weg unten am Bach seit Jahren gesperrt ist und höchstwahrscheinlich nie wieder geöffnet wird. Oben über den Berg ist es auch wesentlich schöner. Eine der besten Aussichten auf die Alpspitze. Außerdem kann man in Hintergraseck gut einkehren. Wir sind dann über Graseck, dem neuen Rückweg von der Klamm, und dann steil abwärts zum Skistadion gelaufen. Verrückte Radfahrer rauschten, downhill zwischen den Fußgängern hindurch. Dies ist ein prinzipielles Problem in den Bergen. Das dabei nicht mehr passiert ist ein Wunder. Um 15:10 haben wir den Bus nach Mittenwald bekommen. Schön, die Busse kann man umsonst per Gästekarte nutzen. Abends in den Postkeller, Völlerei.



Heute ist der 16. August. Vor genau einem Jahr waren wir mit unserem Freund Mike zu seinem letzten Beat-Konzert. Am nächsten Tag feierten wir gemeinsam noch meinen Geburtstag. Beides fiel ihm schon sehr schwer. Er ist danach noch einmal zu Tochter und Enkel gefahren, dann schlug der Krebs erbarmungslos zu. 6 Wochen später ist Mike dann schwer gestorben. Für uns alle ein schmerzlicher Verlust.


Montag, 17. August 2020

69 Jahre alt, oh Mann, alter Mann. Annelies und Norbert kamen von Ebersberg bei München herauf. Wir haben Kuchen zum Frühstück besorgt, die beiden haben auch welchen mitgebracht. Dann kam noch die Wirtin mit einem Gugelhupf herauf. Nun sind wir gut mit Süßem versorgt. Leider ist das Wetter schlecht, so reichte es nur für einen Stadtrundgang. Dann ging es nachmittags in den Postkeller. Leider hatte Norbert Schwierigkeiten mit einem Auge. So war der Nachmittag recht schnell vorbei, schade. Hoffentlich ist es nichts Ernstes.


Dienstag, 18. August 2020

Schlechtes Wetter, wir sind vormittags zur Karwendelbahn gelaufen, um uns zu erkundigen, ob nicht am Klettersteig eine Einbahnstraße eingerichtet ist. Ist nicht. So können wir in Ruhe diese Bergfahrt angehen. Mal sehen, wie weit die Kräfte reichen. Wir können also an jeder Stelle die Tour beenden und zur Seilbahn zurückklettern. Heute kam auch noch eine Geburtstagskarte von Achim an. Carsten, Beate und das Team der Marienhöhe haben unterschrieben, sehr nett. Für die Nichteingeweihten: Die Marienhöhe ist unser Lieblingsbiergarten in Mariendorf/Tempelhof. Abends schien schön die Sonne. So sind wir noch eine kurze Biege nach Scharnitz gefahren. Kein bayrischer Innenminister sprang vor der österreichischen Grenze aus dem Busch. Wir waren kaum zurück, da ging ein mächtiges Unwetter los. Abends zu Hause Resteessen. Leichte Entwarnung mit Norberts Auge.


Mittwoch, 19. August 2020

Es regnete morgens, da haben wir uns nach dem Frühstück noch mal hingelegt. Um 9:30 sind wir dann doch noch Richtung Kastenalm los. Von Mittenwald nach Scharnitz und dann erst steil den Forstweg hoch, danach gemächlich 10 km aufwärts bis zur Kastenalm. Ein schöner Weg. Noch in Scharnitz gab es 2 schöne Kaltblüter, wahrscheinlich die Rückepferde von 2015. Unterwegs dann viele Kühe, mit einem Bullenkälbchen habe ich mich angefreundet. Der Grund der Freundschaft war wahrscheinlich mein salziger Arm. Noch ein kurzer Abstecher zum Isar-Ursprung. Kurz vor der Kastenalm wurden dann die Füße lahm. Wir sind trotzdem angekommen. Die Almhündin Tina gab es noch. 2015 war sie 6 Jahre alt. Heute ist sie etwas ruhiger geworden. Wir haben uns ein Jausenbrettl gegönnt, leider auch mit unendlich vielen Fliegen dabei. Dann bequem nach Mittenwald. Abends kamen Fritz und Carla aus Murnau hoch.




Donnerstag, 20. August 2020

Keine Lust zu gar nichts.

Eine wahre Freude, die Liebe der bayrischen Zimmerer zum Detail. Wer’s nicht erkennt: Der Dachträger ist ausgeschnitten, damit eine Tür ganz aufgehen kann.


Haben uns doch noch aufgerafft und sind zur Gröbl-Alm hochgeradelt.


Freitag, 21. Aug. 2020

Morgens mit dem Bus nach Eng, schon in Österreich und nur von Deutschland erreichbar. Er hat unsere Räder mitgenommen, die wir gestern angemeldet hatten. Kurz vor 12 Uhr waren wir oben. Bärbel hat die Ruhe des Busfahrers auf der kleinen Mautstraße mit Gegenverkehr entlang der Isar bewundert. Schön wie immer war‘s oben an der Eng-Alm. Ein paar Fotos, dann ging es leicht bergab zum Ahornboden, der zu dieser Zeit für Rinder reserviert ist. Dann weiter bergab durch Hinterriss an die deutsch-österreichische Grenze. In der Weitgriesalm auf eine Milch und Buttermilch eingekehrt. Es geht auch ohne Bier. Ein kurzer Blick in die Rissklamm und weiter ins altbekannte Wirtshaus zur Post in Vorderriss. Leider bekamen wir nur einen recht sonnigen Tisch. Gedanken an unseren Freund Friedhelm, der vor einiger Zeit hier übernachten musste. Er hatte sein Schlüsselbund am Ahornboden verloren. Wir waren 2017 mit ihm zusammen und der Fotogruppe hier. Dann ging es weiter über die Mautstraße nach Wallgau. Viel warm und aufwärts. Trotzdem in Wallgau angekommen. Dort setzten wir uns auf eine schattige Bank und wollten warten, bis Mittenwald vorbeikommt, kam aber nicht. Also mussten wir noch über den Radweg an der B2 mit seinen giftigen Steigungen. Nach 50 km waren wir matt in Mittenwald zum Einkauf. Wir hatten abends nicht mal mehr Lust zum Gasthof Stern zu gehen. Wenn man bedenkt, dass wir früher diese Strecke hin und zurückgefahren sind …




Samstag, 22. August 2020

Schlechtes Wetter. Nichts gemacht. Nur nachmittags in den Postkeller, um einen Tisch für morgen zu bestellen und auf ein Posthalter-Bier.

 

 


Sonntag, 23. August 2020

In Ruhe gefrühstückt und los in Richtung Laintal, gleich westlich von Mittenwald. Vorbei an einem modernen Haus mit oberer Holzverkleidung. Sehr hübsch. Durchs Laintal scheint ein neuangelegter Weg zu gehen, wir sind dort noch nie gegangen. Recht steil und entlang der Lain, die in Wasserfällen vom Lautersee herunterkommt. Vorbei am Lautersee zum Ferchensee, zum Schluss entlang des breiten Forstweges. Ausgiebige Pause im Seerestaurant. Mit dem Wanderbus zurück nach Mittenwald zum Dekan-Karl-Platz. Dort haben wir den originell aufgestellten Briefkasten fotografiert. Die Klappe ist quer zur Straße, abgeschirmt durch einen Busch, angebracht. Ein Wunder, dass er nicht auf dem Kopf steht. Abends waren wir mit unseren Wirtsleuten, Karin und Thomas, gut im Postkeller essen. Sonntags trägt man Tracht, nur wir nicht.

 




Montag, 24. August 2020

Ausgeschlafen und am späten Vormittag los in Richtung Krün, auf der Nebenstrecke über Forststraßen. Weiter zum Barmsee und dann so steil zum Wagenbrüchsee, dass man die Räder kaum schieben konnte. Wir sind dann an der Straße von Garmisch kurz vor Klais herausgekommen. Wieder in die Bahnhofswirtschaft (Schmankerl Stub), wieder saß der Patron an seinem Tisch und führte die Corona-Kladde. Zurück über die Schmalensee-Höhe. Im Großen und Ganzen war es keine lohnende Tour.



Dienstag. 25. August 2020


Um 5:30 klingelte der Wecker. Zum Sonnenaufgang ging es los in Richtung Scharnitz. So richtig wollten die Füße nicht. Dann ging es kontinuierlich aufwärts nach Seefeld. Viel Verkehr. Hinter Seefeld noch eine heftige Steigung und dann der freie Fall ins Inntal. Noch 22 km bis Innsbruck auf guter Straße, leicht wellig. Dann eine für Fahrräder gesperrte Straße, dies drängte uns auf eine Himmelsleiter ab. So brauchten wir noch eine Weile bis zum Alpenzoo. Überall Straßenbahnschienen, sehr unangenehm. Die Innsbrucker scheinen das gewöhnt zu sein. Im Alpenzoo gab es keine Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Fahrradtaschen, so mussten wir sie an den Rädern lassen. Einen fehlkonstruierten und platzraubenden Designer-Fahrradständer gab es. Leider waren einige Tiere nicht zu sehen, sie hatten sich bei der Hitze im Unterholz versteckt. Aber schöne Ziegen und Kühe. Der Luchs war oben auf seinem üblichen Baum. Die Wisente waren diesmal ohne Wildschweine, aber wunderschön mit 2 Kälbchen. Ein Uhu ging auf Tuchfühlung. Wieder ein schöner Besuch. Aber ich glaube, mit dem Rad war es wohl das letzte Mal, von Mittenwald aus. Zurück ging es mit dem Zug. In Mittenwald auf ein Bier in den Gasthof Stern, um einen Tisch für morgen zu bestellen. Das schöne neue Brauerei-Hemdchen beim Abhängen der Fahrräder im Zug an der Kette beschmiert. Sehr ärgerlich. Resteessen zu Hause.


 




Mittwoch, 26. August 2020

Ruhiger Tag nach der Strapaze gestern. Abends waren wir mit Carla und Fritz noch einmal im Gasthof Stern.



Donnerstag, 27. August 2020

Wir haben uns doch noch aufgerafft. Bergschuhe an und zu halb neun zur Karwendelbahn hochgestiefelt. Wir waren auch recht flott oben. Wir haben die Westliche Karwendelspitze angesteuert, eine wirklich kurze Tour. Für den großen Mittenwalder Klettersteig wäre ich nicht fit genug gewesen. In diese Richtung waren auch die Massen unterwegs. Als wir unten im Tal ankamen, standen sich die Leute die Beine in den Bauch, um mit der Seilbahn fahren zu können. Wir haben es richtig gemacht. Abends ins Fischrestaurant und Tapas ohne Fisch gegessen. Danach haben wir noch mit Karin und Thomas bei einem Glas Wein auf der Terrasse gesessen.

Westliche Karwendelspitze


Freitag, 28. August 2020                                                                            

Lange geschlafen und dann angefangen die Koffer zu packen. Noch ein paar Sachen eingekauft. Abends im Postkeller gut gegessen.


 

Samstag, 29. August 2020

Schlecht geschlafen, es goss die ganze Nacht. Kurz vor 8 mit Thomas die Koffer runtergebuckelt, gefrühstückt und die Wohnung aufgeräumt. Zwei Züge früher genommen als geplant. Es war ein Bummelzug, der mehrmals auf den Gegenzug, auf der eingleisigen Strecke, warten musste. In München fing es dann auch an zu regnen, außerdem ist es zwischen Hauptbahnhof und Stachus eine einzige Baustelle. Wir sind dann in unser altbekanntes Wirtshaus, gegenüber dem Bahnhof, eingekehrt. Früher war es der Augustiner, jetzt Ayinger, Rechthaler Hof. Um 15:38 ging pünktlich der Zug, er ist allerdings wesentlich länger unterwegs als hinzu, weil er wegen einer Baustelle über Augsburg umgeleitet wird. Damit schrumpft der neue Zeitgewinn doch etwas: früher ab, später an. Der Zug steht oft lange auf den Bahnhöfen. Damit ist es nicht mehr ganz das Aushängeschild zwischen München und Berlin. Unsere Koffer sind schon mittags abgeholt worden, jetzt müssen nur noch am Dienstag die richtigen in Berlin ankommen. Pünktlich am Südkreuz angekommen. Dort haben wir uns erstmal verloren, ich war am falschen Ausgang. Dann über den Radweg am Priesterweg zurück. Für 22 Uhr war es dort ungewöhnlich voll. Die Nachhut der Anti-Corona-Demo traf sich dort zum Nachglühen. Ich hoffe, dass sich dort viele Uneinsichtige angesteckt haben. Vielleicht löst sich damit das Problem von selbst. Ich habe inzwischen die ersten Erkrankten in  meiner Umgebung. Einen ehemaligen Kollegen und seine Frau hat es getroffen. Es scheint ganz gut auszugehen.



Am Dienstag, dem 1. September sind die Koffer heil angekommen. Damit ist die Reise abgeschlossen. Wir haben die Reise zeitlich richtig gelegt, es riecht schon nach Herbst.