Jugendwohnheim Kruppstraße                      27. Dezember 1966 bis 23. Dezember 1970

Ich habe etwas gezögert diesen Bericht zu veröffentlichen. Er ist doch sehr persönlich. Vielleicht bewegt er etwas, ich zweifele trotzdem.


Weihnachten 1966 verunglückte meine Großmutter auf dem S-Bahnhof Anhalter Bahnhof und starb im Januar 1967. Leider haben meine Großeltern nicht bis zu meiner Volljährigkeit durchgehalten, es wäre mir Vieles erspart geblieben. Ich kam ins Jugendwohnheim in der Moabiter Kruppstraße 15 (Für mich klingt das Wort „Kruppstraße“ schon unangenehm. Empfinde nur ich das so?), weil dort schon mein ehemaliger Schulfreund Harald S. wohnte. Er wurde von seiner Mutter vernachlässigt, weil ihr das bequeme Leben und ihr versoffener Nachbar wichtiger waren. Harald störte einfach. So entstehen Problemkinder. Sie wohnte noch bis in die späten Siebziger in meiner Gegend. Ich ging ihr aus dem Weg, obwohl wir genau wussten, wer wir waren.

Harald war 2 Tage jünger als ich. Eine typische Heimkarriere seit etwa 1964, Trebe, schiefe Bahn, Alkoholismus und später harte Drogen. Er durchlief fast alle Einrichtungen der städtischen Jugendhilfe. Endstation war der Jugendhof Schlachtensee. Eine Steigerung hätte es noch gegeben, das absolut geschlossene Heim Kieferngrund, in Berlin-Lichtenrade. Vielleicht war er sogar kurz dort. Früher, elender Drogentod. Nicht die Überdosis, sondern der körperliche Verfall durch das Dreckszeug. Heroin war damals noch nicht verbreitet. Es war mehr das verunreinigte Opium, das mit Essigsäure versetzt, injektionsfähig gemacht wurde, die sogenannte Berliner Tinke. Dies alles wurde ausgelöst durch seine verantwortungslose Mutter.  

Harald hätte eine Mutter gehabt, ich stand jedoch plötzlich ohne Jemanden da. Meine Pateneltern waren alle im Osten, da ging sowieso nichts. Einweisung ins Jugendwohnheim, ein Sozialschock. Stricher, Diebe, junge Alkoholiker, Lösungsmittelschnüffler und was weiß ich nicht alles. Die persönlichen Schränke wurden aufgebrochen, obwohl sowieso keiner wirklich etwas hatte. Mein mitgebrachtes Fahrrad löste sich innerhalb weniger Wochen in Luft auf, es blieb nur noch der Rahmen übrig. Wie gut hätte ich es gebrauchen können. Mein Goldhamster wurde gequält und getötet. Ich hatte keine Freunde im Heim, aber immerhin habe ich auch niemanden beklaut. Es gab Jugendliche, bei denen schon die Väter in der Kruppstraße waren, also schon in zweiter Generation dort waren (die 3 Brüder K. und vorher natürlich ihr Vater). Sechs bis Achtbettzimmer, interessenlose, sadistische Erzieher. Die Erzieher scheuten sich auch nicht davor, ihre Schützlinge bei der Kripo wegen Cannabis Konsums anzuzeigen. So viel zum Vertrauensverhältnis zwischen Erziehern und Heiminsassen. Die Ausnahmen: Ein Praktikant, bei dem schon die 68er Bewegung Einfluss hatte, der deswegen Schwierigkeiten mit dem restlichen Personal hatte. Und dann meine geliebte Ursula S., mit der ich endlose Gespräche führte. Diese Leute wünscht man sich in solchen Einrichtungen, sie sind damals eine verschwindende Minderheit gewesen, als Spinner beschimpft. Sie machten trotzdem das Leben dort etwas erträglicher. Die Erzieher S. und T. gingen ihren Hobbies nach, Fotografie und Tischlerei. Immerhin gab es dadurch freie Passbilder und reparierte Möbel, die aufgebrochenen Schränke mussten ja wieder hergerichtet werden. Aber die Heiminsassen konnten auch in die Werkstätten reinriechen, was wohl auch der ursprüngliche Sinn war, ich tat es. T. war gar nicht so schlecht, zu ihm hatte ich sogar ein persönlicheres Verhältnis, S. war unauffällig. Highlights waren Heimleiter H., der eine Dienstwohnung im Heim hatte und Erzieher F., die zusammen bestimmte Kandidaten in abgeschlossenen Räumen brutal vertrimmten. Die Erzieher waren bewusst zu zweit, der Kandidat alleine, schon wegen der Beweislage. Niemand wehrte sich dagegen, keiner erhob das Wort. Erzieher S. schlief lieber nachts im Erzieherzimmer, statt Zuspätkommer noch einzulassen. Die konnten dann draußen schlafen, was ihnen u. U. als Trebe angekreidet wurde, auch mussten sie tags darauf zur Arbeit, es war egal. Mindestens gab es eine Ausgangssperre. Ich selber habe die Neujahrsnacht 1969/70 mit Hin- und Herfahren in der U-Bahn zwischen Tegel und Alt-Mariendorf verbracht, um nicht zu erfrieren. Vielleicht hielt es S. auch für eine erzieherische Maßnahme, geahndet wurde es nie, weder bei mir noch bei ihm. S. traf ich Anfang der Achtziger bei meinem Orthopäden wieder. Ich war viel zu bedrückt, um ihm damals meine Meinung zu sagen. Ich war froh, als wir uns wieder verabschieden konnten. Damals waren meine Erlebnisse in der Kruppstraße bei Weitem noch nicht verarbeitet.

Zwischen den Jugendlichen gab es brutale Rangkämpfe, ich mittendrin. Ich fand meine Rolle, ziemlich weit oben. Seitdem hatte der „Furchtlose“ Ruhe. In der Schülergruppe gab es einen von zwanzig, der die mittlere Reife anstrebte, nämlich mich. Alle Anderen waren in der Hauptschule oder noch viel weniger. Später 5 Lehrlinge zwischen 40 Hilfsarbeitern. Hilfsarbeiter bekamen mehr Taschengeld, also keinen Anreiz etwas zu lernen! Immerhin bekamen die Lehrlinge ein gemeinsames Zimmer, es war nicht mehr ganz so eng. Wollte man sie von den Anderen etwas abschirmen? Einen von ihnen, Bernd W. traf ich später noch mal kurz als Student an der Fachhochschule wieder. Wir beide waren, nach meiner Kenntnis, die Einzigen, die nach dem tiefen sozialen Absturz den wirklichen Aufstieg wieder schafften. Dies bei rund 100 jugendlichen Durchläufern in meinen 4 Jahren im Jugendwohnheim. Man wurde damals erst mit 21 volljährig, bis dahin war man dort üblicherweise untergebracht. Mindestens jedoch bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und nach Abschluss der Ausbildung unter weiterer Aufsicht. Noch ein Grund mehr gegen eine Ausbildung. Es hat jedoch einige Insassen gegeben, die freiwillig bis zum Einundzwanzigsten dort geblieben sind. Für mich ein Paradoxon. Für das Essen der Insassen waren übrigens 2,65 DM pro Tag und Nase eingeplant. Der U-Bahnhof Birkenstraße war einige Male gesperrt, weil sich ein Kruppie vor den Zug gestürzt hatte, Karlchen S und Michael K. (ein Kandidat bei H. und F.).   

Keiner der Heiminsassen war von Geburt an schon versaut, er wurde durch die äußeren Umstände, wie Eltern und letztendlich durch die verschiedensten Heime dazu gebracht. Wer weiß jedoch, was ich für ein Mensch ohne diese Erfahrung geworden wäre? Sehr geprägt hat mich diese Zeit auf jeden Fall. Ich wünsche niemand die Erfahrung einer solchen Einrichtung. Dies war jedoch nur der Anfang einer Kette schlimmerer Einrichtungen im goldenen Westen, die ich nur von den Erzählungen meines Freundes Harald kannte. Heute gibt es viele Berichte von Betroffenen aus den Fünfzigern und Sechzigern. Darin unterschied sich das West- nur unwesentlich vom Ostsystem mit seinen Jugendwerkhöfen. Man könnte auch im Westen von teilweiser „Schwarze Pädagogik“ sprechen. Die Erzieher waren viel zu schlecht ausgebildet und ausgewählt.

Wer nicht, wie ich, Glück hatte oder innerlich gefestigt war, kam in der Kruppstraße schon unter die Räder. Innerlich gefestigt, welcher Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ist das schon? Zu bemerken ist noch, dass es nicht nur die Einrichtung mitsamt den Erziehern alleine war, die einem das Leben schwer machte. Nein, es waren die Insassen selber, wie z. B. durch Kameradendiebstahl. Nur die Insassen wurden, bewusst oder unbewusst, durch diese Einrichtung so gemacht. Solidarität unter den Jugendlichen wäre das Letzte gewesen, was das überwiegend dumpfe Erzieherkollegium gewollt hätte (Beschrieben im Film Bambule von 1970, für den Ulrike Meinhof das Drehbuch verfasste). Später bekam ich durch einen befreundeten Sozialarbeiter, Wilfried, einen Einblick in das evangelische Jugendwohnheim am Steglitzer Fichteberg, weil er dort arbeite. Es war auch nicht besser als die Kruppstraße. Mein Freund wechselte deshalb Mitte der Siebziger in ein selbstverwaltetes Jugendwohnprojekt. Die Zeiten änderten sich, auch Ulrike Meinhof war Mitte der Sechziger mit guten Ansätzen dabei, bekannt geworden ist sie allerdings durch ganz andere Dinge. Einige Leute der 2. Generation der Roten-Armee-Fraktion waren ehemalige Heiminsassen und nicht mehr die Kinder aus gutem Hause, wie ihre Vorgänger. So z. B. Peter‑Jürgen Boock, ziemlich genau mein Alter. Es lohnt sich im Internet mal über ihn und das Jugendheim Glückstadt nachzulesen. Nein, Glückstadt war mit der Kruppstraße nicht zu vergleichen, vergitterte Fenster gab es nicht. Ich war in einem offenen Heim. Für mich war es trotzdem der Vorhof zur Hölle. Ich hätte zum Kurz-und-Kleinschlagen nicht die Kraft gehabt, die Wenigsten hatten die. Die meisten Leute aus den Heimen waren eher zu verschämt über ihre Vergangenheit zu sprechen. Jetzt, rund 40 Jahre später kommt dieses Thema auf einmal hoch, nicht nur bei mir. Bei mir dauerte es 20 Jahre, bis das Thema verarbeitet war und weitere 20 Jahre, bis ich darüber schreiben konnte. Die alten Bundesländer wollten nach der Wende mit dem Finger auf das System der Jugendwerkhöfe der DDR zeigen. Damit haben sie allerdings auch, unfreiwillig, die Missstände im Westen aufgedeckt. Der ehemalige Berliner Bildungssenator Zöllner hat darüber eine ausführliche Dokumentation über die fünfziger bis Achtzigerjahre herausgegeben, und zwar über Ost und West gemeinsam. Eine tief erschütternde Bilanz. Die Eltern, die ihrem Kind mit einem Erziehungsheim drohen, wissen nicht wovon sie sprechen. Jedes Kind, das damit bedroht wird, sollte allerdings auch über seine Situation nachdenken. Ich weiß, das ist sehr viel verlangt.

Warum habe ich meine Heimzeit einigermaßen durchgestanden? Weil ich eine recht stabile Außenbeziehung hatte. Ich blieb an derselben Schule, die ich mit der mittleren Reife 1968 abschloss. Ich behielt meine alten Freunde, vor allen Dingen Hans-Otto mit seinen Eltern, Achim und Carsten mit ihren Müttern. Hans-Ottos Eltern leben inzwischen nicht mehr, mit den restlichen Dreien bin ich heute noch eng befreundet. Die begonnene Lehre als Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost fiel mir unvorstellbar leicht, auch war das eine andere Welt außerhalb Jugendwohnheimes. Viel Ruhe zum Lernen hatte man dort nicht, es gab keine Rückzugsmöglichkeit. Wenn man raus durfte, war man auch draußen, es gab nichts, was einen dort halten konnte. 1969 lernte ich Bärbel kennen, nur das Jugendwohnheim, meine Heimat, konnte und mochte ich ihr nicht zeigen. Auch Hans-Otto war nur einmal dort, als ich am Schluss meine persönlichen Sachen mit ihm und seinem Vater abtransportierte.

Jugendwohnheime entwickelten sich später auch zur Geschäftsidee, wie der Chef der Deutschen Treberhilfe kürzlich überdeutlich bewiesen hatte. Das war der mit dem über 100 000 € teuren Maserati als Dienstwagen, bezahlt von der öffentlichen Hand. Ich glaube, es gibt immer noch Reformbedarf.

Mein Großvater hatte in weiser Voraussicht Geld für mich mündelsicher gespart. Die öffentliche Hand kam jedoch trotzdem an das Geld heran. Der Jugendwohnheimaufenthalt wurde davon bezahlt, weniger Heim hätte es nicht geben können. Mein Großvater hat uns und sich das Geld vom Munde abgespart, er wird sich wohl dafür hinterher im Grabe umgedreht haben. Es blieb kaum etwas davon übrig. Meine Tante Ilse meldete darauf auch noch Erbansprüche an, Vormund M. ließ sie abblitzen. Westgeld verdarb in der DDR den Charakter.

Mein Amtsvormund M. hatte den Weitblick, die Wohnung meiner Großeltern für mich unterzuvermieten, damit ich später wieder eine Wohnung mit Möbeln hatte. Es ergab sich, dass der Untermieter Ende 1970, also 4 Monate vor meinem Ausbildungsende, den Untermietvertrag kündigte. Ich konnte schon zum 1. Januar 1971 dort wieder einziehen, M. nahm das auf seine Kappe. Da ich schon vor Weihnachten 1970 die Wohnungsschlüssel hatte, bin ich auch nicht mehr zurück ins Wohnheim, interessanter Weise auch ohne Folgen und mit einem Lächeln von M. Ich holte Ende Dezember nur noch meine Habseligkeiten im Heim ab. Genau 4 schreckliche Jahre waren vorbei. Ich habe dieses Wohnheim nie wieder betreten. Ich bin vor Kurzem vor dem Heim gewesen um ein paar Fotos zu machen. Mein Herz hat unangenehm gepocht. Jetzt ist es ein Abschiebegewahrsam mit Gittern vor den Fenstern, in der sich ein Häftling selbst verbrannt hatte. War es in meinem ehemaligen Zimmer? Leider habe ich auch den Kontakt zu Ursula S. verloren, was ich heute noch sehr bedauere. Keinen Kontakt mehr zu irgendeinem Jugendlichen aus dem Jugendwohnheim. Ich bin die intensiven Erinnerungen an die traumatische Zeit im Jugendwohnheim mindestens 20 Jahre nicht losgeworden, obwohl ich es noch relativ leicht in der Kruppstraße hatte und kaum aneckte. Auch war meine Zeit im Heim vergleichsweise kurz.

Von meinen Einkünften als Lehrling finanzierte sich bis auf 30 DM Taschengeld pro Monat zusätzlich mein Heimaufenthalt. Bei mir war etwas Geld übrig, um Sachen zur Wohnungseinrichtung zu kaufen. Außerdem war ja meine Wohnung eingerichtet. In den Heimen wurde kein Geld angespart und die meisten „Befreiten“ mussten später ihren Hausstand ohne einen Pfennig gründen. Wie ging das?  

Nachtrag: Urlaub in Österreich 2012. Durch das Radio geht die Meldung, dass für die Heiminsassen in Österreich, die in den Erziehungsheimen arbeiten mussten, bis in die neunziger Jahre keine Rentenversicherungsbeiträge abgeführt wurden. Wer hat sich dieses Geld eingesteckt? Ich höre schon von den „Verwaltern des Elends“ die Worte von „Geringfügiger Beschäftigung“.

Es ist auch in der Bundesrepublik Deutschland so, der Widerstand regt sich. Weitere 20 Jahre sind vergangen und Ex-Heiminsassen dokumentieren nun, was ihnen in der Vergangenheit angetan wurde. Viele sind es nicht, die meisten bleiben verschämt in der Anonymität. Es handelt sich immerhin um ca. 750 000 Menschen von 1949 bis 1975 nur in West-Deutschland. Das bedeutet noch lange nicht, dass es die Ungeheuerlichkeiten nicht gegeben hat. Ein Runder Tisch unter Leitung von Dr. Antje Vollmer (Die Grünen) hat dies ausführlich dokumentiert. Es gab viele geschlossene Heime, in die man aus zufälligen Gründen kommen konnte. Ein Grund war, wenn Kinder keine Eltern mehr hatten, wie ich. Andere Gründe: Jungs mit langen Haaren, Mädchen mit „lockerem“ Lebenswandel wurden aufgegriffen und den Eltern unterstellt, sie vernachlässigten ihre Kinder. Es ging um Menschen bis zum 21. Lebensjahr. Die Volljährigkeit wurde erst 1975 auf 18 Jahre herabgesetzt. Es gab keinen großen Unterschied zwischen Erziehungs-, Kinder- und Jugendwohnheim. Vielfach waren die Träger der Heime die Kirchen. In diesen wurde besonders unchristlich erzogen, wenn auch Erziehung hierfür der falsche Begriff ist. Schläge und Willkür waren dort an der Tagesordnung. Ja, sie wurden sogar von „Oben“ als Erziehungsmittel empfohlen. Kommunale Heime waren nicht viel anders. In vielen Heimen gab es Zwangsarbeit: Fischernetze knüpfen, Wäsche waschen, Torfstechen und Ähnliches, das bis zu 10 Stunden am Tag. Für Schulbildung wurde keine Zeit verschwendet. Natürlich wurden keine Rentenbeiträge abgeführt. So kommen zum erlittenen Unrecht, vorenthaltener Schulbildung nun auch noch kleinere Renten dazu. Damit ist die Armut vorprogrammiert. Ansprüche gegenüber den Trägern sind verjährt.

Jetzt (2016) kommen auch noch illegale Medikamentenversuche an Heiminsassen in Schleswig dazu. Dies ist der Grund dafür, den schon recht persönlichen Bericht mit in meine Homepage zu übernehmen.

Nein, ich hatte es in der Kruppstraße wesentlich besser, nur war die schon die Hölle für mich. Was müssen dann die anderen Heime gewesen sein?

Ich jedenfalls war zu Weihnachten 1970 befreit, lag mitten in meiner Stube, auf meinem Teppich, in meiner Wohnung auf dem Fußboden und hörte endlich allein meine geliebte Musik. Die Sonne schien hell durchs Fenster, niemand störte mich. Zu ehemaligen Kruppies wollte ich keinen Kontakt, es war mir unangenehm wenn ich zufällig einen begegnete. Ich wollte alles „Versäumte“ nachholen, zog am Wochenende um die Häuser und trank sehr viel. Ich hätte das Zeug gehabt meine Lehre mit einer glatten Eins abzuschließen, es ist nur eine Zwei geworden. Ich habe zu sehr über die Stränge geschlagen, leider. Meine Ausbilder, meine Lehrer waren sehr enttäuscht, ich auch.

Meine Kritik an den Heimen und speziell an meinem Heimaufenthalt nimmt, nicht ohne Grund, einen so breiten Raum in meinem Bericht ein. Es war für mich die prägendste Zeit in meinem Leben.

(Auszug aus meinen Lebenserinnerungen)



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